Wer viel arbeitet, lebt länger. Das ergab eine Studie, die vor sehr langer Zeit im Jahr 1921 von dem Stanford-Psychologen Lewis Terman ins Leben gerufen wurde. Sie begleitete 1910 geborene Kinder bis ins hohe Alter und führte mit ihnen regelmäßig Befragungen durch. Erst vor kurzem wurde die Auswertung der Studie auf Deutsch veröffentlicht. Sie beweist: Fleiß und Disziplin führen zum Erfolg. Und zu einem langen Leben.
Für eine hohe Lebenserwartung ist nicht nur ausschlaggebend, dass man viel und lange arbeitet. Auch der berufliche Erfolg selbst spielt eine große Rolle. Je erfolgreicher eine befragte Person war, desto höher war die Wahrscheinlichkeit eines langen Lebens. Erfolg hieß aber nicht, dass der Betroffene zwingend reich war oder viel Geld verdiente. Vielmehr ging es darum, dass eine Person selbst gesetzte Ziele erreichte, sich z.B. einen guten Ruf zu erarbeiten.
Stellt sich Erfolg ein, dann bringt das meist auch mehr Verantwortung mit sich. Dies muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass die so entstehende zusätzliche Arbeit zur Last wird. Es kann auch als Herausforderung empfunden werden und der Gesundheit zu Gute kommen. Dies geschieht dann, wenn eine Person sowohl hart und diszipliniert arbeitet als auch die eigenen Schwächen und Stärken kennt und diese berücksichtigt. Ist dies nicht der Fall, kann sich ein hohes Arbeitspensum auch negativ auf die Gesundheit auswirken.
Insgesamt zeigt die Studie, dass Menschen, die durch Disziplin erfolgreich wurden und sich auch noch im Alter der Arbeit widmeten, am zufriedensten und gesündesten waren. Dies bestätigt auch eine andere Studie der Universität Lüneburg. Laut dieser arbeiten viele vor allem noch im hohen Alter, weil ihnen ihre Tätigkeit ein Gefühl sowohl von Anerkennung und Wertschätzung als auch von sozialer Eingebundenheit und Anschluss an das aktuelle Geschehen gibt.
Leider sind die Studienergebnisse nur bedingt auf heute übertragbar, weil die Befragten ihre Erfahrungen zu einer Zeit gesammelt haben, in der sich Familienverhältnisse, Arbeitsbedingungen und die wirtschaftliche Situation sehr von der heutigen Lage unterschieden. Allerdings kann man angesichts eines derart langen Untersuchungszeitraums die Ergebnisse als aussagekräftig betrachten, wenn auch vielleicht nicht als topaktuell.








