Karriere machen – viele Menschen verbinden damit automatisch das Ziel, in eine Führungsposition aufzusteigen. Leider sind geborene Führungstalente selten. Trotzdem stellen Arbeitnehmer häufig die Führungslaufbahn vor eine mögliche Fachkarriere, ohne die nötigen Voraussetzungen mitzubringen.
Über den Beruf definiert sich das Selbstbild. Wer Manager ist, genießt in der Regel einen guten Ruf und hat einen gewissen Status in der Gesellschaft erreicht. Es sind daher häufig die Erwartungen von außen, die man mit den eigenen verwechselt. Die Frage, ob man aber wirklich für eine Führungsposition geeignet ist, stellen sich nur wenige Aufsteiger. Dabei ist genau das entscheidend dafür, ob man als Manager seine Erfüllung findet und nicht vor lauter Stress die Bedürfnisse der eigenen Mitarbeiter übersieht.
Dass nicht alle Führungskräfte ihren Weg in die Wiege gelegt bekommen haben, zeigt eine Umfrage der Kölner Organisationsberatung IGS. Ein Drittel der 500 befragten Arbeitnehmer vermissen die Führung an sich und 45 Prozent vertrauen dem eigenen Chef nicht. Ein trauriges Ergebnis, aber auch bei den weniger guten Führungskräften ist noch nicht alle Hoffnung verloren.
Sicher gibt es gewisse persönliche Voraussetzungen, die eine Führungskraft mitbringen muss. Dazu gehören kommunikatives Talent, Einfühlungsvermögen, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen. Noch viel wichtiger ist es aber, dass man Spaß daran hat, Entscheidungen zu treffen und andere zu führen. Ein Indiz ist das Verhalten im Kindesalter: Wer im Kindergarten immer den Ton angegeben hat oder Schulsprecher war, hat Potential. Denn solche Menschen übernehmen gerne Verantwortung und sind automatisch ein Vorbild für andere.
Aber damit ist nicht gleich gesagt, dass das Mauerblümchen aus der 8b nicht trotzdem während ihrer Studienzeit oder im Berufsleben an Selbstvertrauen gewinnt und sich plötzlich zu Höherem berufen fühlt. Fähigkeiten wie strategisches Denken oder Menschenkenntnis lassen sich dann auch noch bis zu einem bestimmten Punkt erlernen und verbessern. Und auch wer einmal auf dem Chefsessel sitzt, kann sein Führungsverhalten konsequent beobachten und prüfen um so aus Fehlern zu lernen.
Dennoch gilt: Hinterfragen Sie ihre Motive und die persönliche Eignung für eine Führungsposition. Ohne die nötige Selbstreflexion kann es schnell passieren, dass man sich in seiner Position überfordert fühlt und durch mangelnde Führungskompetenz sogar den Ruf ruiniert. Dann ist eine Fachkarriere wohl doch die bessere Wahl …
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