Wissen ist Macht. Und wie erlangt man Wissen? Durch Kommunikation. Jeder der in einem sozialen Netzwerk angemeldet ist, hat sicher Erfahrungen damit gemacht, wie schnell sich Informationen verbreiten und sich durch die Nutzung bestimmter Kanäle filtern lassen. Sei es per Twitter, Pinnwandeintrag oder mittels eines „Hilferufs“ in einer bestimmten Gruppe. Fakt ist: Die Botschaft kommt an! Sei es die Suche nach einer passenden Autowerkstatt, die Planung des Wochenendes oder auch die Veröffentlichung der letzten Urlaubsfotos.
Auf den Punkt gebracht: Jeder sendet, filtert und empfängt Informationen. Und diese Möglichkeit stellt Unternehmen vor eine neue Herausforderung. Prof. Dr. Klemens Skibicki, Professor an der Kölner Business School hat im Rahmen des Mobile Marketing Kongresses des MTP in Köln (bei dem ich letzten Samstag zu Gast war) einen Vortrag zum Thema “Marketing nach der Social Media Revolution – Facebook, Twitter & Co. begreifen oder untergehen” gehalten und diese aktuelle Entwicklung aufgegriffen. Das klassische Modell, in dem Unternehmen die hauptsächlichen Informationslieferanten des Konsumenten sind, existiert in dieser Form nicht mehr. Die soziale Vernetzung hat eine nachhaltige Revolution in Gang gesetzt, sodass nun sowohl Anbieter als auch Nachfrager Sender und Empfänger von Informationen sind.
Was bedeutet dies für das Marketing?
Wichtig ist zu erkennen, dass Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Authentizität für die Vermarktung eine große Rolle spielen und klassische, einseitige Kommunikation mittels Print, TV oder Radio für die Kundengewinnung an Bedeutung verliert. Die Entscheidung zum Kauf eines Produkts oder Dienstleistung hängt vielmehr von Konsumentenbewertungen und Empfehlungen ab. War dies für Konsumenten vor Jahren noch eine mühsame Arbeit, ermöglichen uns heute Facebook & Co, eine breite Masse anzusprechen, um schnell die benötigten Informationen zu erhalten. Dies hat zur Folge, dass wir uns nicht mehr so leicht durch Werbebotschaften und Versprechungen überzeugen lassen, denn sie sind nun viel leichter zu überprüfen.
Was sollten Unternehmen tun?
Blicken wir weiter in die Zukunft, ist absehbar, dass durch die steigende Nutzung mobiler Endgeräte die soziale Vernetzung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Unternehmen, die diese Entwicklung ignorieren werden, meiner Meinung nach, recht schnell den Anschluss verpassen. Die offene Kommunikation von Konsumenten ermöglicht es, wichtige Informationen zu erhalten (z.B. positive und negative Erfahrungsberichte), die durch Umfragen kaum zutage gefördert werden können. Unternehmen sollten soziale Netzwerke daher als eine Plattform betrachten, die es ermöglicht mit ihren (potenziellen) Konsumenten direkt zu kommunizieren und Informationen auszutauschen, um eine langfristige Vertrauensbasis zu schaffen!
Für Interessierte hier noch der Link zu den bereits veröffentlichten Präsentationen von Prof. Dr. Klemens Skibicki zu diesem Thema.