Gerade habe ich in der aktuellen Oktoberausgabe der “W&V Society” eine witzige Bürostory der etwas anderen Art gelesen. Anstelle der Mitarbeiter eines Büros wurden die Hunde vorgestellt, die dort ihr zweites Zuhause gefunden haben – Bommel, Max, Lilli und Co. toben täglich durch die Düsseldorfer Werbeagentur Euro RSCG, denn jeder Angestellte darf dort seinen Hund mitbringen. Bei den 150 Mitarbeitern kommt es dann nicht selten vor, dass bis zu 15 Vierbeiner durch die Gänge wedeln. Dieses Konzept wurde vor fünf Jahren von CEO Andreas Geyr eingeführt und er hat es bisher auch nicht bereut.
Man könnte meinen, dass so viel Tierliebe am Arbeitsplatz zu mehr Ablenkung führt und die Mitarbeiter von ihren Aufgaben abhält. Aber Chefs, die so etwas zulassen, sehen das nicht so: Unter der Voraussetzung, dass die Hunde stubenrein und gut erzogen sind, kann ihre Anwesenheit sogar positive Effekte hervorrufen. Sie sorgen für ein angenehmes Betriebsklima, dass sich auch auf das Firmenbild auswirkt. Nachweislich senkt der beste Freund des Menschen bei der Arbeit den Blutdruck und macht zufriedener und ausgeglichener. Und ein paar Gassi-Runden am Tag an der frischen Luft haben sicherlich auch Einfluss auf die Kreativität der Mitarbeiter – gerade in der kreativen Branche kann das ja nur Vorteile bringen.
Nur etwa ein Zehntel der deutschen Hundebesitzer sehen sich in der glücklichen Lage, ihren Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen. In manchen dieser Betriebe soll es sogar eine Hundenanny geben, die die Hunde mal in schwierigen Zeiten betreut. Sicherlich herrscht nicht überall ein Trubel wie bei Euro RSCG, jedoch muss gerade in großen Büros auf alle Rücksicht genommen werden. Immerhin lehnen 43 Prozent der deutschen Arbeitgeber Hunde an der Arbeit ab, sei es, weil sie das ablenken würde oder weil sie einfach keine Hunde mögen bzw. allergisch sind. Dass es in der Düsseldorfer Agentur so gut klappt und von allen akzeptiert wird, ist sicher eine Bereicherung für die Belegschaft und hebt sie von anderen Agenturen ab, weil es einfach sympathisch wirkt.
Ab dem 11. Juni müssen sich Fußballbegeisterte wieder Gedanken machen, wie sie die WM-Spiele verfolgen können, ohne den Arbeitgeber zu verärgern. Denn einige der Spiele finden während der regulären Arbeitszeit statt. Welche Möglichkeiten hat man, wenn man nicht ganz auf das Vergnügen verzichten möchte?
Generell gilt, dass Fußball nicht während der Arbeitszeit geschaut werden darf. Laut FAZ ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Chef ein Auge zudrückt – schließlich ist das auch gut für das Betriebsklima. Trotzdem kann sich darauf niemand verlassen. Wer sich keinen Urlaub nehmen kann oder wenn sich kein tauschwilliger Kollege findet, sollte man Vorsicht walten lassen. Schnell greift man zur Krankschreibung als Plan B. Das ist laut Jochen Mai von der Karrierebibel besonders heikel: Wer die Krankheit aus Frust über den nicht genehmigten Urlaub sogar angekündigt hat, riskiert eine fristlose Kündigung. Und selbst wer sich diesen Fehler nicht erlaubt, ist im Ansehen des Chefs trotzdem gesunken.
In den meisten Fällen bleibt einem also nichts anderes übrig, als während der Spiele im Büro zu bleiben. Wem die private Internetnutzung am Arbeitsplatz erlaubt ist, der darf sich zumindest die aktuellen Spielergebnisse durchlesen. Das Spiel jedoch online zu verfolgen, ist kein Kavaliersdelikt. Ähnliches gilt fürs Radio: Ist ein Büro mit Radio ausgestattet, kann unter Absprache mit dem Chef ein Sender eingeschaltet werden, der live überträgt. Der Chef hat aber weiterhin Mitspracherecht: Sollte er merken, dass die Mitarbeiter sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren, kann er den Spaß schnell unterbinden.
Fußballfreunde haben es also nicht leicht. Für wen all diese Optionen nicht in Frage kommen, der kann zumindest abwägen, ob er seine Liebe zur Nationalmannschaft mit einem Trikot bekunden will. Theoretisch möglich ist das, wenn Kundenkontakt oder besondere Kleidungsvorschriften einen solchen Aufzug nicht verbieten.
Schon wieder im Wochenanfang gefangen. oder immer noch nicht wirklich aus dem Wochenende gekommen? Da kann ich weiterhelfen: Drogen, die nichts kosten sind mir die LIEBSTEN …