Sep 22

Bing. Sie haben Post! – Ein harmloses Geräusch, das auch Gefahren birgt. Beim Arbeiten mit dem Internet sind Unterbrechungen quasi vorprogrammiert, die Informationsflut ist unaufhaltsam. Parallel sind Email-Programm, Chatfenster und Facebook geöffnet, RSS-Feeds oder News-Sites lenken immer wieder vom eigentlichen Vorhaben ab und zwischendurch klingelt ununterbrochen das Telefon. 37 mal wechselt der Deutsche durchschnittlich seine Programmfenster pro Stunde – und hält das für erfolgreiches Multitasking. Aber das ist noch nicht genug: Dank Smartphone, IPad und Laptop ist man immer erreichbar. Zwar erleichtert und dynamisiert das viele Arbeitsprozesse, die Gefahren der Informationsflut sollten aber nicht unterschätzt werden.

Sobald eine neue Nachricht eingeht, folgt man einem primitiven Impuls, sofort zu handeln. Diese Reaktion regt die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin an. Kein Wunder also, dass man immer wieder diesem Impuls folgt und ihn als einzig richtigen interpretiert. Das birgt ein unmittelbares Sucht-Potenzial, wer mal keinen Informations-Reizen ausgesetzt ist, verspürt das Gefühl der Langeweile.

Mit dem Multitasking hat sich der Glaube entwickelt, dass dieses auch produktiver macht. Tatsächlich macht die permanente Ablenkung den Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben schwieriger und schwächt die Konzentration. In den USA hat sich dafür schon ein Begriff etabliert: CMC – Constant Multitasking Craziness. Der Stress, der dadurch entsteht, macht unproduktiv und unkreativ. Angestellte in den USA sollen insgesamt 28 Milliarden Arbeitsstunden verschwenden, weil sie sich durch Telefonate, Emails und Blogs ablenken lassen. Dadurch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von 588 Milliarden Dollar.

Aber damit noch nicht genug. Der steigende Medienkonsum zieht für viele auch Folgen im privaten Bereich nach sich. Wenn von einem erwartet wird, jederzeit erreichbar zu sein und Leistung zu bringen, verwischt allmählich die Grenze zwischen Privatleben und Arbeit. Um dem Bedürfnis nach Anerkennung im Job gerecht zu werden, bleibt man also rund um die Uhr und sogar im Urlaub erreichbar. Laut Karrierebibel rufen selbst dann noch ein Drittel der Deutschen ihre Emails ab. Abschalten Fehlanzeige! Das Handelsblatt stellte im Artikel “Aus der Kurve” sogar die Frage, ob Blackberry und Co. das Leben zu schnell machten, um es noch glücklich leben zu können.

Um das zu unterbinden, muss jeder bei sich selbst erst mal die Einstellung ändern. Es kann schon helfen, einfach abends das Smartphone auszustellen, oder nur zu festen Zeiten seine Emails zu checken. Auf jeden Fall muss man den Weg zur Muße finden und lernen, das Leben wieder zu genießen. Leider hat aber auch der Arbeitgeber einen großen Einfluss darauf, wie intensiv man seine Aufgaben angeht. Das Handelsblatt bringt es auf den Punkt: “Wenn der Chef mitternachts Mails beantwortet, fühlen sich Mitarbeiter unter Zugzwang.” Ein Umdenken muss also zuallererst in den Chefetagen erfolgen.

Bild: Harald Wanetschka / pixelio.de

geschrieben von Steffi \\ Tags: , , , , , ,

Aug 18

Es soll vorkommen, dass manche kinderlose Arbeitnehmer sich nach den Privilegien der Elternschaft sehnen. Allen voran die Argumente, denen jeder Chef nachgibt: “Heute ist Elternabend.” “Mein Kind hat Fieber, und der Babysitter ist im Urlaub.” Oder “Ich brauche Urlaub in dieser Zeit – Schulferien.” Natürlich ist den Young Professionals bewusst, dass die vermeintliche Freiheit, ab und zu mal früher gehen zu können, wieder an anderer Stelle für Eltern Arbeit bedeutet. Deshalb steht für sie die Karriere an erster Stelle, gute Argumente zum Blaumachen fehlen ihnen aber trotzdem.

Aus diesem Prinzip hat die findige Werbefachfrau Melissa Maher aus New York “The Office Kid” entwickelt. Der Grundgedanke der Geschäftsidee: Wer keine Kinder hat und trotzdem mal wieder eine kurze Auszeit braucht, kann ja einfach so tun, als ob. Denn kein Chef hat bisher bei seinen Angestellten nach einer Geburtsurkunde des Nachwuchses gefragt.

Die einzigen Beweisstücke sind meist Fotos oder Kunstwerke von Junior auf dem Schreibtisch. Das sind auch die wichtigsten Bestandteile des Sets “The Office Kid”: Ein gerahmtes Kinderfoto und Zeichnungen – von Melissa persönlich mit der linken Hand gezeichnet, damit es auch authentisch aussieht. Hinzu kommt noch eine Ausredenliste für Eltern-Anfänger. Gefälschte ärztliche Atteste können bei Bedarf nachbestellt werden.

Mit dem Set kann also jeder Arbeitnehmer Kinder vortäuschen, um auch von den Freiheiten eines Elternteils zu profitieren. Für 20 Euro ist “The Office Kid” doch recht erschwinglich, zumindest, wenn man die gesparten Kosten eines echten Kindes dagegen hält. Denn selber gemacht würden die Utensilien nicht mal 2 Euro kosten.

“The Office Kid” ist eine ziemlich makabere Idee, die nicht allzu ernst genommen werden sollte. Auch die Entwicklerin selbst sieht es nur als Scherzartikel an. Wer das Set aber tatsächlich zum Einsatz bringt, riskiert nicht nur den Job, sondern auch eine gespaltene Persönlichkeit dank permanenter Lügengeschichten.

geschrieben von Steffi \\ Tags: , , ,

Mrz 14

Manchmal muss man einfach Bilder auf sich wirken lassen …


Schönes Wochenende
Nachtrag: Ohhh, stimmt habe ich bei den tollen Mädels vom Bewerberblog gefunden. ´tschuldigung.

geschrieben von admin \\ Tags: , ,